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Studieren am Gesundheitscampus

Innovatives Lernen in der Pflegeausbildung mittels Augmented und Virtual Reality

Kategorie:DPW

In der modernen Ausbildung von Pflegekräften nehmen AR- und VR-Brillen einen immer größeren Stellenwert ein. Diese Technologien erlauben es Auszubildenden, zum Beispiel anatomische Strukturen detailliert zu untersuchen und den schematischen Ablauf von Pflegemaßnahmen realitätsnah zu üben.

AR steht für Augmented Reality, was so viel wie erweiterte Realität bedeutet. AR-Brillen ermöglichen es, die Realitätswahrnehmung durch computergestützte Elemente zu erweitern. Sie projizieren digitale Informationen direkt auf das Sichtfeld der Benutzer*in und verschmelzen so die reale und die virtuelle Welt. Sie ermöglichen es den Benutzern, sowohl die reale Welt zu sehen, als auch zusätzliche Informationen, Grafiken oder Animationen, die von der Brille überlagert werden.

VR steht für Virtual Reality, oder virtuelle Realität. Im Gegensatz zu AR versetzt VR die Benutzer*in in eine vollständig digitale Umgebung. Wenn man eine VR-Brille aufsetzt, wird die physische Welt vollständig ausgeblendet und durch eine virtuelle Realität ersetzt. Diese Umgebung kann ein realistisch dargestellter Ort sein, wie etwa ein Krankenzimmer, oder auch eine völlig erfundene Fantasieumgebung. VR-Brillen haben in der Regel integrierte Bewegungssensoren, die die Kopfbewegungen des Benutzers verfolgen und die Perspektive innerhalb der virtuellen Welt entsprechend anpassen. Dies schafft ein Gefühl von Präsenz in der virtuellen Umgebung. Häufig werden auch Controller oder VR-Handschuhe verwendet, die es dem Benutzer ermöglichen, mit der virtuellen Umgebung zu interagieren.

Kürzlich führten die Studierenden des Masterstudiengangs „Bildung im Gesundheitswesen“ (BiG) unter der Leitung von Annette Hipler (Lehrkraft für besondere Aufgaben und Koordinatorin des Studiengangs) eine Exkursion zur Bildungsakademie Volmarstein (BAVO) durch. Dort erklärten Anna Röttger, eine ehemalige BiG-Studentin, und Thorsten Krause, Lehrkraft der BAVO, den Gebrauch und die Vorteile von AR und VR im Lernkontext. Sowohl AR- als auch VR-Technologien bieten diverse Möglichkeiten für das Lernen und die Ausbildung in einer Vielzahl von Bereichen, indem sie interaktive Erfahrungen bieten, die über das hinausgehen, was mit traditionellen Lernmethoden möglich ist.

Bei der Exkursion konnten die Teilnehmenden dank der AR-Technologie einen einzigartigen Einblick in die Gefäße und Kammern des menschlichen Herzens erhalten, „…quasi als würden wir optisch in das Herz hineinfahren“, erklärt Annette Hippler. Mit VR-Brillen hatten die Studierenden die Möglichkeit, die Vorbereitung und Durchführung von subkutanen Injektionen für einen Patienten in einem simulierten Umfeld zu üben.

„So macht das Lernen von Interventionsabläufen und Fertigkeiten Spaß. Ein weiterer Vorteil ist, dass anhand der Aufnahme die Abläufe sehr gut reflektiert werden können, die Patienten keine Schmerzen oder Fehler erleiden müssen und fast keine Materialkosten entstehen – Stichwort Nachhaltigkeit“, erläutert Annette Hipler begeistert.

Ein wesentlicher Aspekt des Lernens mit diesen digitalen Tools ist deren Integration in ein fachdidaktisches Konzept und dessen Verankerung im Curriculum. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Auszubildenden nicht nur mit Freunde und Interesse lernen, sondern auch den Bezug zu ihrem zukünftigen Beruf erkennen und diesen als Lernerfolg in ihrem Ausbildungsprozess wahrnehmen. Die BiG-Studierenden konnten diese innovativen Methoden aus dem digitalen Methodenpool ausprobieren und ihre praktische Anwendung sowohl beobachten als auch selbst erfahren. Dabei hatten sie Gelegenheit, diese Tools auch kritisch zu hinterfragen und ihre Eignung für den Einsatz in der Pflegeausbildung zu bewerten.

„Wir möchten der BAVO für die exzellente Zusammenarbeit und Gastfreundschaft unseren herzlichen Dank aussprechen, und ganz besonders Frau Röttger und Herrn Krause für die Möglichkeit danken, an einem ‚anderen Lernort‘ - und das im doppelten Sinne - zu lernen“, sagt Annette Hipler.

Exkursion zur Bildungsakademie Volmarstein. Fotos: HS Gesundheit
Exkursion zur Bildungsakademie Volmarstein. Fotos: HS Gesundheit

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